Blick in die Zukunft

    21.09.2011
     

    Auf der Jahrestagung des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln wurde Anfang September intensiv über die künftige Rolle von Erdgas diskutiert. Hinsichtlich des deutschen Marktes wies, Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energie-Agentur, auf einen Rückgang im Wärmemarkt hin, da sich Gebäudedämmung, Effizienzsteigerungen und alternative Technologie immer stärker auswirken würden. Chancen, dem entgegenzuwirken, böten sich vor allem durch den verstärkten Einsatz von Mikro-KWK-Anlagen. Ein großes Potenzial wurde für den Erdgaseinsatz in der Stromerzeugung gesehen. Aufgrund des Ausstiegs aus der Kernenergie und dem Ausbau der Erneuerbaren mit ihrem stark schwankenden Einspeiseverhalten bestehe ein hoher Bedarf an Kraftwerkskapazität, den Erdgas gut decken könne. Allerdings sei fraglich, ob die angestrebte Regelung EU-konform ist, wonach Unternehmen, die weniger als fünf Prozent Marktanteil haben, beim Bau eines Gaskraftwerkes mit 15 Prozent gefördert werden sollen. Bleibt noch als unbekannte Größe der Mobilitätsbereich. Branchenvertreter hoben hervor, dass dieses Segment interessante Potenziale böte, da Klima- und Produkteigenschaften deutliche Vorteile im Wettbewerb hätten. Künftig wolle man stärker auf die Zielgruppe LKW und Kleinlastwagen setzen. Immerhin benötige ein Nutzfahrzeug im Jahr so viel Energie wie ein Einfamilienhaus für die Wärmeerzeugung. Global gesehen, bestanden in Köln keine Zweifel an einer weiter stark steigenden Nachfrage – getrieben vor allem durch China und Indien. Hinsichtlich Europa sprach Professor Marc Bettzüge, Direktor des EWI, von einem Erdgas-Paradoxon. Trotz guter Produkt-, Umwelt- und Preiseigenschaften trete die Verwendung von Erdgas in Europa eher auf der Stelle.

     


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