Contracting

    08.07.2010
     
    Contracting (vom englischen contract = Vertrag) ist eine spezielle Form der Kooperation zwischen einem Energiedienstleister und Unternehmen, die über die normale Energielieferung hinausgeht. Der Contractor stellt nicht nur die reine Primärenergie Strom und Gas, sondern auch die für den Produktionsprozess notwendige Nutzenenergie zur Verfügung: Kälte, Beleuchtung, Bewegung, Druckluft und Wärme.

    Um Nutzenenergie liefern zu können, muss der Contractor die dafür notwendigen Anlagen (z. B. Klimaanlage) betreiben. Er ist zumindest formell Eigentümer dieser Komponenten und kümmert sich auch um die Finanzierung. Sie zahlen dem Contractor eine monatliche Vergütung für die in Anspruch genommene Nutzenenergie. Der Gesamtpreis eines Contracting Projektes lässt sich meist vier Verträgen zuordnen:

    1.    Liefervertrag für Nutzenenergie,
    2.    Mietvertrag für technische Anlagen,
    3.    Betriebsführungsvertrag für technische Anlagen,
    4.    Vertrag über eine Servicepauschale.

    Contracting ist im Prinzip ein Outsourcing von Energieprozessen in Kombination mit dem Finanzierungsinstrument „Leasing“. Ähnliches gibt es z.B. bei Firmengebäuden, die häufig verkauft, zurückgemietet und von einem Dienstleister für Gebäudemanagement betrieben werden. Auch bei Geräten der Bürokommunikation wie Kopierer, Telefonanlagen und Computer kommen ähnliche Modelle immer häufiger zum Einsatz.

    Der Energiedienstleister garantiert dem Eigentümer eine Energiekosteneinsparung (Spar-Contracting) oder zumindest kalkulierbare Energiekosten (Liefer-Contracting). Durch die Auslagerung aller Investitions- und Betriebsrisiken auf den Contractor wird dieser verpflichtet, die Energieeffizienz nachhaltig zu steigern. Der Lieferant sorgt also durch seine Technik und Erfahrung selbst dafür, dass Sie nicht zu viel Strom oder Gas beziehen und verbrauchen.

    Energiesparen lohnt sich für alle Beteiligten. Nicht nur weil die Preise für Strom, Öl, Gas und Wasser langfristig ansteigen werden, sondern auch vor dem Hintergrund zur Neige gehender Ressourcen und nicht zuletzt des sich abzeichnenden Klimawandels: Jede gesparte Tonne CO2 hilft mit, den Temperaturanstieg zumindest abzuschwächen – gar nicht zu reden von den Schadstoffen, die unseren Lungen erspart bleiben.

    Weiterführende Literatur
    : Hack, M.: Energie-Contracting, 2008.
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