Es gibt nicht wenige Branchenexperten, die den notwendigen Ausbau der Stromnetzinfrastruktur kritisch sehen. Sich lang hinziehende Genehmigungsverfahren und vereinzelter Widerstand in der Bevölkerung machen es schwerer, die angestrebten Ziele zu realisieren. Eine Alternative, die hier etwas Entlastung bringen kann, führte Bundesumweltminister Norbert Röttgen unlängst auf einer Veranstaltung zur Energie im 21. Jahrhundert an. Als Option nannte er den verstärkten Bau von Gas- und Dampfkraftwerken in industriellen Zentren, wo eine besonders starke Nachfrage zu verzeichnen sei. Dadurch könne der dringende Bedarf an neuen Höchstspannungsleitungen, die beispielsweise von der Nordsee ins Ruhrgebiet führen, etwas entspannt werden. Außerdem sei von Vorteil, dass sich GuD-Kraftwerke vergleichsweise schnell realisieren ließen und einen hohen Wirkungsgrad hätten.