Effizienztechnologien

    28.10.2010
     
    Die deutsche Industrie hat in den letzten Jahren ihren Gesamtenergieverbrauch trotz Produktionsausweitung deutlich verringern können. Experten schätzen, dass der industrielle Energieverbrauch bis 2020 um mindestens 20 Prozent weiter verringert werden kann, wenn alle technologischen Potenziale ausgeschöpft werden. Dabei gibt es branchenspezifische Ansätze, aber auch Verbesserungen von Querschnittstechniken, die in vielen Branchen eingesetzt werden.
     
    • Industrieöfen: Sie werden zum Brennen, Schmelzen, Erwärmen, Gießen, Verformen und zur Wärmebehandlung, aber auch bei Bäckereien eingesetzt. Durchlässige Strahlungswände, Brennertechnologien mit Luftvorwärmung, Sauerstoffanreicherung, modellgestützte Ofenführung, genauere Messtechnik, Nutzung von Abwärme und Wärmedämmung steigern die Energieeffizienz.
    • Kraft-Wärme-Kopplung: Mit KWK-Anlagen lässt sich die Primärenergie aus Erdgas, Öl oder Kohle auch als Strom und Wärme nutzen. Sie erhöhen den Gesamtnutzungsgrad der Energie auf 80-90 Prozent.
    • Lüftung, Kühlung, Kälte: Lüftungsanlagen sollten nicht überdimensioniert sein und Wärme zurückgewinnen können. Offene Lüftungssysteme lassen sich auch für die Kühlung großer Maschinen nutzen.
    • Pumpensysteme: Sie werden in vielen Industrieprozessen eingesetzt und sollten vom Typ her genau zur jeweiligen Anwendung und Betriebsumgebung passen. Durch bessere Gestaltung der Saugstutzen, Doppelpumpenbetrieb, verbesserte Anstellwinkel der Laufschaufeln und richtige Wahl der Motordrehzahl u. v. m. kann der Energieverbrauch von Pumpensystemen gesenkt werden.
    • Elektromotoren: Sie verursachen in Industriebetrieben rund 70 Prozent des Stromverbrauchs. Der größte Effizienzeffekt ergibt sich durch eine Drehzahlregulierung, vor allem wenn Elektromotoren in Teillast laufen.
    • Druckluft: In nahezu allen Branchen werden Druckluftsysteme eingesetzt (z. B. Schnellschrauber, Meißel, pneumatische Förderanlagen). Bis zu 50 Prozent lässt sich der Gesamtwirkungsgrad erhöhen, etwa durch Abdichten von Leckagen, richtig dimensionierte und mehrstufige Kompressoren, verbesserte Luftführung im Rohrnetz und regelmäßige Wartung.

    Für mittelständische Unternehmen, die in energieeffiziente Technologien investieren möchten, bietet die KfW finanzielle Förderprogramme. Im Rahmen des ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramms können Energieberatungen mit Zuschüssen bis zu 4.000 Euro und konkrete Umsetzungsmaßnahmen mit günstigen Krediten bis zu zwei Millionen Euro gefördert werden. KfW-Kredite können nur über die Hausbank beantragt werden. Notwendig sind detaillierte Projektbeschreibungen.

    Quelle: http://www.bmu.de
     
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