Nach der heftigen Wirtschaftskrise spüren die 11.000 Hotels in Deutschland eine leichte Wiederbelebung ihres Geschäfts. Die Entwicklung verläuft jedoch nicht für alle gleich. Angestiegen sind im ersten Halbjahr 2010 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vor allem die Geschäftsreisen. In der Hotellerie stieg die Zahl der Übernachtungen verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 101,8 Millionen. Insgesamt bleibt der Kostendruck in der Hotellerie hoch. Vor diesem Hintergrund gewinnen auch Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs und der Energiekosten von Hotels immer mehr an Bedeutung.
Kostenbewusste Hoteliers stellen daher immer wieder die Verträge mit ihren Energieversorgern auf den Prüfstand. Die Tarife für Erdgas und Strom müssen der aktuellen Wettbewerbssituation auf dem Energiemarkt entsprechen und zur individuellen Verbrauchssituation eines Hotels passen. Neben der richtigen Tarifauswahl und der Optimierung von Lastspitzen durch automatisches Abschalten von Küchen-, Kälte und Wäscheanlagen stellt die Verbesserung der Energieeffizienz eine laufende Herausforderung in der Hotellerie dar.
• Die Heizungs- und Klimaanlagen sollten modern und richtig bemessen sein. Die Raumtemperatur liegt bei maximal 22 Grad Celsius. Gäste können manuell regulieren, um offene Fenster zu vermeiden. In Nebenräumen und nicht belegten Zimmern ist die Temperatur niedriger, die Frischluftzufuhr ist ausgestellt. Wenn sich Gäste nicht im Zimmer befinden, steht die Zimmertemperatur auf „Standby“ und die Frischluftzufuhr ist minimal. Befindet sich der Gast im Zimmer, was z. B. durch den Keycard-Halter erkennbar ist, gehen die Temperatur und die Frischluftzufuhr wieder in den Normalbetrieb.
• Standby-Verluste (z. B. Fernseher) und beleuchtete Zimmer ohne Gast können durch einen Hauptschalter geregelt werden, der durch den Zimmerschlüssel oder eine Karte aktiviert wird. Die Zimmersteckdosen sollten jedoch immer unter Spannung stehen, falls Gäste Ladegeräte auch in Abwesenheit nutzen möchten. Kompressorkühlschranke für die Minibar reduzieren den Energieverbrauch gegenüber Absorberkühlschränken um 50 Prozent.
• Die Drehzahl des Entlüfters im Bad erhöht sich mit steigender Luftfeuchtigkeit oder bei manueller Bedienung. Eine Energiesparbrause reduziert den Wasserverbrauch um die Hälfte. Mehrtägige Gäste entscheiden zur Entlastung der Wäscherei selbst, ob sie neue Handtücher haben möchten.
• Die Klimatisierung und Belüftung von Schwimmbädern, Konferenzräumen und der Lobby ist durch moderne Anlagen und Regelungstechnik zu optimieren.
• In der Küche sollten energieeffiziente Herde (Gas, Induktion), Kühlschränke und Geschirrspülanlagen eingesetzt werden. Eine separate Erfassung des Energieverbrauchs in der Küche ist hilfreich, damit Mitarbeiter die Prozesse ständig optimieren können.
• Die Außenbeleuchtung passt sich an das Umgebungslicht an. Nach Mitternacht kann die Beleuchtungsstärke reduziert werden. Die Innenbeleuchtung kann mit Präsenzmeldern an- und ausgeschaltet werden.