Energieeinsparpotenzial

    10.06.2010
     
    In einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger vom Oktober 2009 sehen die befragten Industrieunternehmen über alle Branchen hinweg ein weiteres Energieeinsparpotenzial von 9 Prozent. Betrachtet man nur das produzierende Gewerbe sind es durchschnittlich 7 Prozent. An der Spitze der Branchenliste stehen der Kohle- und Erzbergbau mit 20 % Prozent, gefolgt von der Holzverarbeitung und dem Maschinenbau mit jeweils 13 Prozent.

    Die größten Optimierungshebel sehen die befragten Branchenexperten in einem veränderten Einsatz von Maschinen und Anlagen (dabei auch in der Systemsteuerung), der Prozessoptimierung in der Produktion und der Verhaltensänderung von Mitarbeitern in allen Unternehmensbereichen.

    Nach Anwenderbranchen unterteilt, gibt die Studie folgende Hinweise:

    ·    Die Papierindustrie hat einen Energiekostenanteil von 5,7 % (Anteil Energiekosten am Bruttoproduktionswert, 2005). Die Befragten in dieser Branche sehen eine Steigerung der Energieeffizienz von 6 Prozent, z. B. dadurch, dass Turbinen zur Stromrückgewinnung Druckunterschiede von Wasser nutzen oder Pumpen und Pufferbehälter durch günstigere Fließfertigung eingespart werden.
    ·    Die Grundstoffchemie mit einem Energiekostenanteil von 3 Prozent kann eine höhere Energieeffizienz von 5 Prozent erzielen. Wichtige Maßnahmen sind eine verbesserte Produktionsplanung und die Installation einer betriebsspezifischen Abschaltkette, um Lastspitzen zu vermeiden.
    ·    In der Textilindustrie beträgt der Energiekostenanteil 1,7 Prozent. Die geschätzte Energieeinsparmöglichkeit liegt bei 10 Prozent. So könnte z. B. die Fixiertemperatur von 200 auf 180 Grad Celsius reduziert werden, ohne dass die Textilherstellung qualitativ leidet.
    ·    Der Maschinenbau hat einen Energiekostenanteil von 0,9 Prozent und kann eine Effizienzsteigerung von 13 Prozent erreichen, wenn der Leerlauf von Maschinen und Anlagen, also das unnötige Hoch- und Herunterfahren, bei Produktionslücken reduziert wird.
    ·    Im Fahrzeugbau beträgt der Energiekostenanteil 0,7 Prozent und die erwartete Effizienzsteigerung bei 8 Prozent. Eine Optimierungsmöglichkeit besteht z. B. darin, bei der Fördertechnik Höhenunterschiede auszunutzen, um Produktionsteile energieschonend durch freien Fall zu transportieren.
    ·    In der Logistik und im Handel liegt das Effizienzsteigerungspotenzial bei 10 Prozent. Hebel liegen in der Reduzierung von Lüfterleistungen in Kühlaggregaten und in der Verhaltenssteuerung.

    Quelle: Roland Berger Strategy Consultants
     
Weitere von uns veröffentlichte Tipps zum Gasmanagement und News
zum Gashandelsgeschehen finden Sie hier > Newsarchiv<
  • Biogas-Broschüre

    18. Mai 2012 - Mit Blick auf die Klimaziele wie auch den Einsatz in Mehr...
  • Netzausbau

    16. Mai 2012 - Beim Ausbau der Gasnetze besteht weiterhin ein großer Handlungsbedarf. Darauf wies Mehr...