Die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche hat ihren aktuellen Report „Energy Predictions“ 2011 vorgestellt. Für die energiewirtschaftlichen Prognosen wurden weltweit Kunden, Branchenexperten und Industriespezialisten befragt. Hier die Ergebnisse in Kurzform:
• Erdgas, das an unzulänglichen Stellen (z. B. im Schiefergestein) vorkommt und bisher nur schwer zu fördern ist, wird an Bedeutung zunehmen. Neue industrielle Techniken ermöglichen nun die wirtschaftliche Förderung solcher unkonventionellen Erdgasvorkommen. Die konventionelle Gasförderung wird einerseits mit riesigen Plattformen immer gigantischer und andererseits durch das Vordringen neuer Förderunternehmen spezieller und kleiner.
• Erneuerbare Energien werden weltweit wichtiger, da sie umweltverträglich sind und eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung aufweisen. Die Technologien für Solar Photovoltaic (PV) und Concentrating Solar Power (CSP) werden reifer und wirtschaftlicher. Die Herausforderungen der Netzintegration, Energiespeicherung und Übertragung werden besser gelöst. Internationale Projekte zur Stromgewinnung aus Sonnenenergie, wie z. B. Desertec, werden diese Trends beschleunigen.
• Vor diesem Hintergrund wird Kernenergie vor allem in Deutschland den Status einer Brückentechnologie behalten. Sofern in anderen Ländern neue Atomkraftwerke gebaut werden, sind die Sicherheitsstandards weiterzuentwickeln.
• Alternative Antriebsenergien für Autos werden von der Autoindustrie und Kooperationspartnern aus anderen Branchen (z. B. Batterieherstellern und Energieversorgern) zur wirtschaftlichen Serienreife entwickelt. Allein in Deutschland sollen bis 2020 eine Million Elektroautos im Einsatz sein. Auch die Hybridtechnologien werden an Bedeutung zunehmen.
• Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz in Gebäuden und Betrieben werden in vielen Ländern öffentlich gefördert. In der EU wurden hierfür spezielle Aktionspläne verabschiedet.
• Die erneuerbaren Energien werden immer mehr von den etablierten Energieversorgern übernommen und als eigenständige Geschäftsfelder entwickelt. Die „grüne“ Wirtschaft wird zum Jobmotor der Zukunft. Fachkräfte sind auf diesem Gebiet schon heute gefragt und rar.
• Das globale Wassermanagement wird zu einer existenziellen Frage. Während die Weltbevölkerung heute 54 Prozent des Frischwassers konsumiert, soll dieser Wert 2025 bereits auf 90 Prozent gestiegen sein.
• Die oben genannten Entwicklungen erfordern weltweit hohe Investitionen. Die Energiewirtschaft wird sich daher selbst weiter globalisieren und konzentrieren, um entsprechende Größenvorteile zu realisieren.
Quelle: www.deloitte.com