Die Suche nach neuen Gas- und Erdölvorkommen im arktischen Eis ist in vollem Gang. Amerikanische Geologen vermuten riesige Mengen an Gas und Öl in der Arktis. Das sind rund 20 Prozent aller weltweit noch nicht erschlossenen Gas- und Ölreserven.
Der britische BP-Konzern und der russische Energieriese Rosneft haben jüngst eine Kooperation zur Erschließung der Gas- und Ölvorkommen im russischen Teil der Arktis beschlossen. Insbesondere in der südlichen Karasee erwarten sie große Erdgasvorkommen. Die Förderbedingungen gelten in dem hoch sensiblen Naturraum der Arktis als besonders schwierig. In einigen Bereichen ist der Meeresgrund mehrere tausend Meter tief und die Oberfläche neun Monate lang zugefroren. Sollte bei der Förderung Öl ins Wasser gelangen, baut sich dieses im eiskalten Wasser des Polarmeeres nur sehr langsam ab. Eine Ölkatastrophe würde sich dort weitaus schlimmer auswirken als in wärmeren Gewässern.
Angesichts des weltweit steigenden Energieverbrauchs kann nicht auf die Gas- und Ölförderung in der Arktis verzichtet werden. Hinzu kommt, dass den Konzernen der Zugang zu anderen Lagerstätten in der Welt versperrt ist. So scheuen sie auch nicht das finanzielle Risiko, denn erst Probebohrungen geben Gewissheit über die Höhe der Energievorkommen.
Die meiste Erfahrung mit der Erschließung von Energiereserven im hohen Norden hat Norwegen, das seit drei Jahren erfolgreich das Gasfeld „Schneewittchen“ in der Barentssee betreibt. Im Jahr 2013 soll dort mit „Goliat“ ein weiteres Gasfeld erschlossen werden.
Quelle: www.faz.net