Nach einer aktuellen Studie von CAR (Center Automotive Research) an der Universität Duisburg könnten die Klimaschutzziele der EU mit einer Forcierung von Erdgasautos schneller erreicht werden. Das Ziel, den CO2-Ausstoß neu zugelassener Personenkraftwagen bis 2012 auf 130 Gramm zu reduzieren, könnte durch Erdgasautos sogar bereits heute umgesetzt sein.
Die Politik verfolgt diese umweltfreundliche Variante aber nur halbherzig. Das ökologische Potenzial des Kraftstoffs „Erdgas“ wird nicht ausreichend ausgeschöpft. Dabei könnte der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller deutschen Neuwagen um neun Prozent reduziert werden, wenn von den Neuzulassungen nur acht Prozent Erdgasautos wären.
Rund 11 Millionen erdgasbetriebene Autos gibt es weltweit. Davon sind jedoch nur 75.000 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Nur 0,5 Prozent beträgt der Anteil von Erdgasautos an den jährlichen Neuzulassungen. Die Studie gibt den deutschen Politikern die Schuld für diese bisher nicht genutzten Chancen. Die gesetzlichen Vorgaben sind zu lasch. Wären die CO2-Auflagen für Neuwagen strenger, hätten Erdgasautos eine größere Verbreitung gefunden als bisher.
Ein weiteres Hindernis für die größere Verbreitung von Erdgasautos besteht darin, dass es in Deutschland nur 900 Erdgastankstellen gibt. Vor allem auf den Autobahnen ist das Tankstellennetz zu dünn. Das verunsichert die Verbraucher, die sich über die Anschaffung eines Neuwagens Gedanken machen. An der PKW-Technologie liegt es nicht. Sie ist nach Auffassung von CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöfer vorhanden.