Nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist die Angst groß, dass ähnliche Katastrophen auch in der Nordsee auftreten können. Öl und Gas werden in Deutschland im schleswig-holsteinischen Küstenmeer und auf der Bohr- und Förderinsel Mittelplate gefördert. Im deutschen Bereich der Ostsee gibt es nur kleine Öl- und Gasförderungen. Auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag teilte die Bundesregierung Ende Juni mit, dass von deutschen Bohrinseln keine Gefahr ausgehe. So wird aufgrund des fehlenden Drucks auf der Bohrinsel Mittelplate mit Hilfe von Tauchkreiselpumpen gefördert. Die Wassertiefe beträgt dort bei Flut nur zwei Meter, bei Ebbe liegt die Insel überwiegend auf dem Trockenen.
Nicht bekannt ist, wie groß die Umweltrisiken sind, die von den Förderinseln der Anrainerstaaten ausgehen. In der Nordsee gibt es über 300 Erdöl- und Erdgasfelder, aus denen gefördert wird. Ein großes Feld liegt in der Ausschließlichen Wirtschaftszone auf der Doggerbank, in der Gas gefördert wird.
Die Erdgas- und Erdölreserven in Deutschland sind endlich. Die Erdgasfelder sind in rund vier Jahren erschöpft, die Erdölfelder in elf Jahren. Da die Erdgasförderung in Deutschland nur in einem begrenzten Umfang möglich ist, ist Deutschland auf Importe angewiesen, die überwiegend aus den Niederlanden, Dänemark, Norwegen und Russland kommen. Aber auch in den Niederlanden, Dänemark und Norwegen reichen die Gas- und Ölvorkommen nur noch maximal 14 Jahre, bis sie erschöpft sind. Derzeit ist bekannt, dass vor der polnischen und russischen Küste noch fünf Erdgas- und Ölfelder liegen, die zu erschließen sind.
Quelle: ddp Nachrichtenagentur