Ende 2011 soll das erste Erdgas durch die neue Pipeline „OPAL“ von der Ostsee bis nach Tschechien fließen. OPAL steht für Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung. Sie verbindet die 1200 Kilometer lange Nord-Stream-Leitung (Ostseepipeline) mit Tschechien und ist eine von drei Verbindungen zum europäischen Erdgasnetz. Die anderen beiden sind die NEL, die Richtung Hamburg führt, und die NORDAL, die nördlich von Berlin endet.
OPAL ist 470 Kilometer lang. Davon führen 370 Kilometer durch Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen). Die Erdgasleitung besteht aus einzelnen 18 Meter langen, 2,2 Zentimeter dicken und fünfzehn Tonnen schweren Rohren, die zusammengeschweißt werden. Durch die OPAL-Leitung sollen jährlich 35 Milliarden Kubikmeter Erdgas mit einem Druck von bis zu 100 bar befördert werden. Eine Verdichterstation auf halber Strecke und einer Leistung von 30 Megawatt sorgt für den nötigen Druckausgleich. Eigentümer von OPAL sind Wingas (80 Prozent) und E.ON Ruhrgas (20 Prozent).
Der Bau der OPAL-Pipeline bietet übrigens auch Geologen der TU Berlin einmalige Forschungsgelegenheiten. Da die Erdgastrasse in Nord-Süd-Richtung quer durch Ostdeutschland verläuft, können die Wissenschaftler entlang des Baugrabens die Erdgeschichte studieren und klimatische Erkenntnisse gewinnen. Die Sedimentuntersuchungen geben Aufschluss über die erdgeschichtlichen Erkenntnisse der letzten, vor 10.000 Jahren endenden Eiszeit.
Quelle: www.tu-berlin.de