Für Unternehmen, die in ihren Geschäftsprozessen Erdgas einsetzen, spielt die Versorgungssicherheit naturgemäß eine große Rolle. In Deutschland sind die Sicherheitsstandards daher entsprechend hoch. So gibt es im gesamten Bundesgebiet 46 unterirdische Erdgasspeicher mit einem Fassungsvermögen von 20 Milliarden Kubikmeter Gas. Das sind rund 25 Prozent des gesamten Speichervolumens in der EU. Italien liegt mit 13,4 Milliarden Kubikmetern an zweiter und Frankreich mit 11,7 Milliarden an dritter Stelle.
Der Vorteil von Erdgasspeichern liegt darin, dass saisonale Schwankungen gut ausgeglichen werden. Erdgas wird aus den Lieferländern wie den Niederlanden, Norwegen und Russland, z. T. über tausende Kilometer, durch Pipelines nach Deutschland geleitet. Wichtig ist dabei, dass die Leitungen möglichst gleichmäßig und optimal ausgelastet werden. Diese technische Liefermenge passt jedoch nicht immer zum aktuellen Bedarf von Industrie und Haushalten in den Zielländern. So steigt im Winter der Verbrauch an Erdgas zur Wärmeerzeugung erheblich an. Im Sommer benötigen Erdgaskraftwerke Gas zur Erzeugung von Stromspitzenlasten.
Technische Varianten
Die Speicherung von Erdgas als flüchtigem Stoff ist im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern (Kohle, Erdöl) schwieriger. Geeignet sind unterirdische Lagerstätten, die es in zwei technischen Varianten gibt:
• Porenspeicher: Natürliche Hohlräume wie ehemalige Erdgas- oder Erdöllagerstätten oder wasserführende Aquiferstrukturen können mehrfach mit Erdgas gefüllt und entleert werden. Porenspeicher bestehen in der Regel aus Kalk- oder Sandstein und darüber liegenden Schichten, die das Erdgas nicht durchlassen (z. B. Ton). Das Erdgas wird mit Hochleistungskompressoren mit bis zu 220 bar in das poröse Gestein gepresst.
• Kavernenspeicher: Während Porenspeicher saisonale Schwankungen ausgleichen, werden Kavernenspeicher für den Ausgleich kurzfristiger Schwankungen genutzt. Künstlich werden z. B. Salzstöcke ausgespült, so dass große Hohlräume entstehen, die zwar weniger Aufnahmekapazität haben, dafür aber schneller gefüllt und geleert werden können. Kavernenspeicher gibt es überwiegend in Norddeutschland.
Erdgasspeicher enthalten nicht nur das tatsächlich verbrauchte Arbeitsgas, sondern auch so genanntes Kissengas, das im Speicher verbleibt und für einen notwendigen Mindestdruck sorgt. Die benötigte Menge Kissengas im Verhältnis zum nutzbaren Arbeitsgas entscheidet über die Wirtschaftlichkeit eines Erdgasspeichers.