Die Kunststoffindustrie in Deutschland ist mit 2.900 Unternehmen und 285.000 Beschäftigten mittelständisch geprägt. Der Gesamtumsatz der Kunststoff verarbeitenden Branche lag 2009 bei 46 Milliarden Euro. Kunststoffe werden in ganz unterschiedlichen Industrien eingesetzt und weiterverarbeitet (z. B. 32,4 % Verpackungen, 25,2 % Bau, 9,2 % Fahrzeuge, 7,4 % Elektro, 3,8 % Möbel).
Energieeffizienz ist in der Kunststoffindustrie ein Thema mit wachsender Bedeutung. Das zeigen auch die vielen Kongresse und Fachtagungen. So findet vom 22. – 23. März 2011 die 2. VDI-Konferenz „Energieeffizienz in der Kunststoff verarbeitenden Industrie“ in München statt. Bereits im Dezember 2010 gab es am Süddeutschen Kunststoff-Zentrum in Würzburg die Fachtagung „Kosten reduzieren durch Energieeffizienz in der Kunststofftechnik“. Experten vertraten dort die Meinung, die Energiekosten in der Kunststoffindustrie können zwischen 10 und 50 Prozent gesenkt werden. Die dafür notwendigen Investitionen amortisieren sich bereits größtenteils nach drei Jahren.
Für die Produktion von Kunststoff, Trocknung von Kunststoffgranulaten und Herstellung von Styropor mittels Prozessdampf wird viel thermische Energie benötigt.
Energieeffizienzmaßnahmen
• Antriebe sind die größten Energieverbraucher in der Kunststoffindustrie. Empfohlen wird daher bei Spritzgießmaschinen der Einsatz von frequenzgeregelten Synchronantrieben mit hohen Nennwirkungsgraden und optimalem Teillastverhalten.
• Richtige Isoliermaterialien bei beheizten Oberflächen an Maschinen und Werkzeugen sorgen dafür, dass Verluste durch Wärmestrahlung und -konvektion reduziert werden.
• Die Energieeffizienz und Bauteilqualität kann durch eine hohe Temperierwasserqualität und eine optimierte Kühlung in Spritzgießwerkzeugen erhöht werden.
• Die im Produktionsprozess entstehende Abwärme kann zur Werkzeugvortemperierung und Hallenbeheizung genutzt werden.
• Die Werkzeugtemperierung im Spritzgießprozess kann durch den Einsatz von Inline-Thermographie unmittelbar am Formteil optimal geregelt werden.
• Die Erzeugung und Verteilung von Druckluft spielt in der Kunststoffindustrie eine bedeutende Rolle. Energieeinsparungen durch eine Verhinderung von Leckagen und eine Steuerung der Kompressoren von 30 Prozent sind möglich.
• Bei Spritzgießmaschinen können elektromechanisch angetriebene Achsen wesentlich energieeffizienter sein als hydraulisch angetriebene.
• Der Prozess des Trocknens von hydroskoischen Kunststoffen kann energetisch verbessert werden.
Quellen: www.gkv.de, www.skz.de