Maßnahmenplan

    19.08.2010
     

    Betriebliches Energiemanagement verläuft idealerweise in vier Phasen. Zunächst wird die energetische Ausgangssituation analysiert. Dann werden passende Energieeffizienzmaßnahmen entwickelt, bewertet und ausgewählt. Nach der Umsetzung des Maßnahmenplans schließt sich der Kreislauf mit der Messung und Analyse der Ergebnisse. Im Rahmen dieses Managementprozesses ist die  Entwicklung und betriebswirtschaftliche Bewertung der Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und der Kosten für Strom und Erdgas besonders wichtig.

    Maßnahmen entwickeln

    Der Maßnahmenplan enthält pro Maßnahme den Ist-Zustand und die angestrebte Verbesserung, das Einsparpotenzial, die notwendigen Investitionen und die Bewertungskriterien (einzeln und in der Summe). Bei einem Unternehmen der Recyclingbranche könnten die geplanten Aktionen z. B. so aussehen:

    • Leckage-Menge im Druckluftnetz reduzieren,
    • Drucklufterzeugung auf 7,5 bar verringern,
    • Abluft des Druckluftkompressors beim Schleifentrockner nutzen,
    • Druckluftkompressoren saugen auch Außenluft an,
    • Gleichstrommotor als Extruderantrieb durch Asynchronmotor ersetzen,
    • elektrisch betriebene Trockenlufttrockner durch Infrarot-Trockner ersetzen.

    Maßnahmen bewerten

    Eine einfache betriebswirtschaftliche Bewertung der Maßnahmen erfolgt durch statische Verfahren. So gibt z. B. die Amortisationszeit an, wann die eingesetzten Investitionsmittel wieder durch Einsparungen zurückgeflossen sind. Je kürzer die Amortisationszeit, desto risikoärmer ist die Maßnahme.

    Weitaus aussagekräftiger ist jedoch die Kapitalwertmethode (Net Present Value). Sie ist ein sehr populäres dynamisches Bewertungsverfahren. Über eine Planungsperiode von mehreren Jahren wird der jährliche Saldo aus den geplanten Ersparnissen (positiver Rückfluss) und den anfänglichen und laufenden Auszahlungen (Investitionen) mit einem Zinssatz auf die Gegenwart abgezinst (diskontiert). Als Zinssatz wird ein interner Kapitalkostensatz benutzt, der die betrieblichen Risiken reflektiert.

    Die Kapitalwertmethode wird deshalb als dynamisch bezeichnet, weil sie den gesamten Lebenszyklus einer Investition Jahr für Jahr bei den Einzahlungen und Auszahlungen (auch die Kosten für die Wartung, Instandhaltung und Entsorgung) abbildet und durch die Diskontierung den Zeitwert des Geldes berücksichtigt. Denn eine Ersparnis von 10.000 Euro durch einen geringeren Verbrauch von Strom und Erdgas ist aus der Gegenwart betrachtet in fünf Jahren weniger wert als heute.

    Ein positiver Kapitalwert sagt aus, dass eine Energiesparinvestition mindestens eine Rendite in Höhe des gewählten Diskontierungszinssatzes erzielt.

    Quelle: DENA (Hrsg.): Handbuch für betriebliches Energiemanagement, 2009.
     

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