Nabucco-Pipeline

    13.07.2010
     
    Russland versucht nun nach dem Österreichischen Energieversorger OMV mit RWE offensichtlich einen weiteren Partner für das eigene Konkurrenzprojekt „South Stream zu gewinnen. Mit dem Projekt „Nabucco“ soll eine Erdgas-Pipeline vom Kaspischen Meer über die Türkei bis nach Österreich entstehen. Damit will sich die EU unabhängiger vom russischen Gasversorger Gazprom machen.

    Die Nabucco-Pipeline soll 2.000 km durch die Türkei, 400 km durch Bulgarien, 390 km durch Ungarn und 46 km durch Österreich verlaufen. Initiatoren und Eigentümer sind neben der österreichischen OMV AG die ungarische MOL, die rumänische S.N.T.G.N. Transgaz S. A., die bulgarische Bulgarez-Holding EAD und die türkische BOTAS Petroleum Pipeline Corporation. Seit Februar 2008 ist auch die deutsche RWE als sechster Partner mit an Bord. Jeder hält nun 16,67 Prozent an der Nabucco Gas Pipeline International GmbH. Der Beginn des Pipeline-Baus mit einem Investitionsvolumen von rund 8 Milliarden Euro wurde mehrfach verschoben. Er ist nun für 2011 vorgesehen.

    Gazprom und der russischen Regierung treiben seit Anfang 2009 mit „South Stream“ ein Konkurrenzprojekt voran. Diese Pipeline soll von Russland über den Grund des Schwarzen Meeres verlaufen. Von Bulgarien oder Rumänien sollen dann zwei Stränge nach Italien und Österreich reichen. Gazprom versucht nun mit aller Macht, das Konsortium der Nabucco-Pipeline zu sprengen oder zumindest zu stören. Nach OMV wurde nun dem deutschen Energieversorger RWE eine Beteiligung am South-Stream-Projekt angeboten. Gazprom-Vizechef Alexander Medwedjew soll nach Berichten des Handelsblatts Kontakt zu RWE aufgenommen haben.
     
    Quelle: Handelsblatt
     
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