Die EU-Kommission hat das erklärte Ziel, die Energieeffizienz in Industrieunternehmen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu verbessern. Der in Kürze vorliegende Plan sieht vor, zur Erreichung des Ziels in den Unternehmen Energieinspektionen durchzuführen. Die Industrie ist alarmiert.
Die Kommission rechtfertigt ihr Vorhaben damit, dass die Einsparungspotenziale noch lange nicht ausgeschöpft sind, wenngleich in den vergangenen 20 Jahren die europäische Industrie die Energieeffizienz um ein Drittel steigern konnte. Sie rügt, dass die von den Unternehmen durchgeführten Maßnahmen lediglich eine Einsparung von 10 Prozent bringen. Immerhin gehen 40 Prozent des Energieverbrauchs auf das Konto der Industrieunternehmen. Daher sind strenge Vorschriften und Inspektionen notwendig.
Holger Krahmer, der Industrieexperte der FDP-Fraktion, kritisiert die Vorgaben der EU. Die Unternehmen benötigen keine Vorgaben und Kontrollen zur Energieeffizienz, da der Wettbewerb der größte Effizienztreiber ist. Die Märkte entwickeln selbst die besten Lösungen. Vor allem die energieintensiven Branchen wie die Baustoff-, Glas-, Chemie- und Stahlindustrie haben seit Jahren das Ziel, Energiekosten zu senken. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist der Auffassung, dass Vorgaben und Energieinspektionen in den Unternehmen zu mehr Bürokratie und höheren Kosten führen werden. Doch nicht nur Brüssel bereitet der Industrie Sorgen. Von der Bundesregierung werden ähnliche Vorschriften erwartet.
Quelle: www.handelsblatt.com