Papierindustrie

    13.01.2011
     

    Die deutsche Papierindustrie ist in Europa führend und weltweit an vierter Stelle nach den USA, China und Japan. Sie erwirtschaftet mit einer Jahresproduktion von 23 Millionen Tonnen (bei 3.000 Papiersorten) einen Umsatz von 15 Milliarden Euro pro Jahr. Mehr als 43.000 Mitarbeiter sind in Deutschland an über 180 Produktionsstandorten in der Papierindustrie tätig.

    In der deutschen Papierindustrie beträgt der Anteil der Energiekosten aber auch rund 13 Prozent der Herstellkosten. Die Papierindustrie gehört damit zu den fünf energieintensivsten Branchen in Deutschland nach der Metallerzeugung, der chemischen Industrie, der Nahrungsmittelindustrie sowie dem Bereich Steine und Erden.

    In der Papierfabrik Tönnesmann & Vogel aus Menden werden z. B. zur Auflösung von Altpapier im bis zu 40 Grad Celsius warmen Wasser über 30.000 kWh Strom täglich benötigt. Allein für die Trocknung des fertigen Papiers werden pro Tag 8.000 Kubikmeter Erdgas verbraucht.

    Nach Angaben der EnergieAgentur.NRW reduzierte sich der zur Produktion einer Tonne Papier, Pappe oder Karton benötigte Energiebedarf von 8.242 kWh/t im Jahr 1955 auf 2.674 kWh/t. Papierproduzierende Unternehmen haben somit viel Erfahrung und Erfolg in der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in den vier Stufen der heißen und feuchten Papierproduktion erreicht: (1) Halbstofferzeugung, (2) Stoffaufbereitung, (3) Papiermaschine, (4) Veredelung.

    Energieeffizienzmaßnahmen in der Papierindustrie

    Die laufende Messung und Überwachung des Energieverbrauchs (Energie-Controlling) ist notwendige Voraussetzung, um die Wirkung der in der Papierindustrie üblichen Energieeinsparmaßnahmen optimal zur Geltung zu bringen.
    • Einsatz eigener Kraftwerke und verstärkte Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung,
    • Ersatz der energieintensiven Erzeugung von Holzstoffen durch Altpapier,
    • vermehrt Nutzung von Füllstoffen und Pigmenten bei grafischen Papieren,
    • technische Optimierung der mechanischen Entwässerung durch Einsatz neuer Pressen (Schupresse),
    • Reduktion von Pumpen, Bütten und Türmen durch die Realisierung von Stoffdichtensprüngen über Mischpumpen und Direkteindüsung,
    • Sukzessive Nutzung von Maschinen und Aggregaten mit besseren Wirkungsgraden (z. B. Kessel, Stoffmahlung, Antriebe, Pumpen),
    • Einsparung von Dampf durch erhöhte Bahntemperatur und effizientere Entwässerung,
    • Verbesserung der Wärmerückgewinnung, z. B. auch aus Abwärme.

    Die deutsche Papierindustrie leistet mit konsequentem Energiemanagement auch einen Beitrag, die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen.

    Quelle: Verband Deutscher Papierfabriken, Energie.Agentur.NRW, WAZ
     

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