Dank öffentlicher Fördermittel erfreuen sich regenerative Energien wie die Sonnenenergie bei Hauseigentümern einer wachsenden Beliebtheit. Ob dieser Trend auch nach der Kürzung von Subventionen anhält, wird sich zeigen. In der gewerblichen Nutzung spielen regenerative Energien erst allmählich eine Rolle. Die installierten Anlagen sind meist noch teure Individuallösungen.
• Solarthermische Anlagen nutzen die Wärme der Sonne zum Heizen von Firmengebäuden oder zur Erzeugung von heißem Wasser und Dampfdruck in der Produktion. Speziell beschichtete Kollektoren erhitzen eine Flüssigkeit, die selbst heizt oder Wasser erwärmt. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft waren bis Ende 2009 in Deutschland rund 1,4 Millionen solarthermische Anlagen vor allem privat in Betrieb. Das entspricht einer potenziellen Leistung von etwa 9.000 Megawatt. Deutschland ist damit in Europa bei Weitem der größte Markt.
• Mit Fotovoltaik-Anlagen, die wie die solarthermischen Anlagen meist auf Dächern mit gutem Sonnenlichtempfang installiert sind, wird Strom erzeugt, der selbst verbraucht oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann.
• Erdwärme: Geothermische Anlagen nutzen die in einer Tiefe von 100 Metern herrschende, immer gleichbleibende Temperatur von ca. 10 Grad zum Heizen und Kühlen. Durch Rohre, die bis in diese Tiefe getrieben werden, zirkuliert eine Flüssigkeit die mittels Erdwärmetauscher und in Verbindung mit Klimaanlagen und Wärmepumpe Firmengebäude kühlt und Wasser erwärmt.
• Wasserkraft: Unternehmen, die Zugang zu Flüssen haben, können die Strömungsenergie der Fluten in Strom umwandeln. Wasserdruck treibt zuerst eine Turbine an. Die erzeugte Drehbewegung wird dann durch einen Generator in Strom umgewandelt.
• Windenergie: Wie bei Wasserkraftwerken wird auch bei Windrädern der Strom durch die Umwandlung von Bewegungsenergie über einen Generator erzeugt.
• Bioenergie: Für das Heizen von Büros und Produktionshallen können auch nachwachsende Brennstoffe wie Holz, Raps oder organische Abfälle eingesetzt werden. Hierfür werden allerdings spezielle Heizungen für Biomasse benötigt, die in der Regel teurer sind als z. B. traditionelle Ölbrenner.
Ob sich Investitionen in regenerative Energienutzung für Unternehmen rechnen, ist immer firmenspezifisch zu klären. Die betrieblich geforderten Amortisationszeiten sind jedenfalls geringer als die gängige Praxis in Privathaushalten. Dort amortisieren sich Investitionen trotz Subventionen meist erst nach 15 Jahren. So viel Geduld besteht in Unternehmen eher nicht, es sei denn, der Einsatz regenerativer Energien wird auch zum Aufbau eines ökologischen Firmenimages benötigt. Dann sind die Investitionen zum Teil auch dem Marketingbudget zuzurechnen.
Weiterführende Literatur
Wesselak, V.: Regenerative Energietechnik, 2009.