Erdgas wird zunehmend auch aus wenig durchlässigen Gesteinen wie Schiefer oder aus Kohleflözen gefördert. Bislang war diese Förderung zu teuer. Das Erdgas muss dabei kostenintensiv von anderen Elementen gelöst werden. Die Förderung von Gas aus konventionellen Quellen wie Hohlräume in Sand oder Kalkstein wurde daher bevorzugt. Doch neue Bohrtechniken aus Amerika wälzen den Markt um. Bohrungen verlaufen horizontal durch die aufeinanderliegenden Schieferplatten. Zusätzlich wird das Gestein hydraulisch aufgebrochen.
Die neuen Fördermethoden haben den amerikanischen Markt bereits aufgemischt. Die Förderung von Gas aus unkonventionellen Quellen macht bereits 50 Prozent der US-Gasproduktion aus und hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Kein Wunder, dass Exxon Ende 2009 das texanische Gasunternehmen XTO sogar für eine Rekordsumme von 41 Milliarden Euro übernommen hat. Die neuen Methoden kommen nun auch nach Europa. An der polnischen Küste haben viele Unternehmen bereits ihre Zelte aufgeschlagen und wollen tief unter frühzeitlichem Meeresgrund Schiefergas erschließen.
Experten schätzen die europäischen Schiefergasvorkommen auf bis zu 15 Billionen Kubikmeter, was dem Fünffachen des Weltjahresverbrauchs entspricht. Die neuen Pipelines wie Nord-Stream oder Nabucco bekommen also Konkurrenz. Allerdings könnte die Förderung von Schiefergas auch ökologische Nachteile haben und z. B. das Trinkwasser gefährden. Manche warnen auch, dass die US-Praxis aufgrund anderer geologischer Verhältnisse nicht einfach auf Europa übertragen werden kann.
Quelle: www.manager-magazin.de