Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg hat nun auch den Bau des 31 Kilometer langen deutschen Trassenabschnitts der Nord-Stream-Gas-Pipeline genehmigt. Dänemark, Schweden und Russland haben bereits 2009 zugestimmt. Matthias Warnig, Geschäftsführer der Nord-Strem AG, erwartet nach Ostern den Baustart. Die Nord Stream AG ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom (51 Prozent), Wintershall und Eon Ruhrgas (je 20 Prozent) und dem niederländischen Erdgasunternehmen Gasunie (9 Prozent). Hinzu gekommen ist noch ein französischer Energiekonzern, der Anteile von den anderen Gesellschaftern erhalten soll. Vorsitzender des Aktionärsausschusses ist der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Die neue Ostseepipeline ist 1 220 km lang, sorgt über den Seeweg für eine Anbindung an das russische Gasleitungsnetz und soll 7,4 Mrd. Euro kosten. Bereits Ende 2011 soll eine der zwei parallel verlaufenden Pipelines fertig sein und im Endausbau jährlich 55 Milliarden m3 Gas nach Deutschland transportieren. Beide Rohre sind aus Spezialstahl und haben einen Durchmesser von 1,40 Meter. Ihre Wandstärke beträgt bis zu 41 mm, da der Gasdruck in Russland höher ist als in Deutschland (Minimum 27 mm). Beide Pipelines bestehen aus 200 000 Teilstücken, die zusammengeschweißt werden.
Der Bau der Ostseepipeline ist eine technische Herausforderung, da in der Ostsee noch jede Menge Seeminen aus den beiden Weltkriegen liegen, die sorgfältig geborgen werden müssen. Auch nach dem Bau steht die Sicherheit an erster Stelle. Ein sogenannter „elektronischer Molch“ prüft permanent in Richtung der Gasströmung die Dichtigkeit der Ostseepipeline.
Quelle: www.nord-stream.com